Schlechte Leistung belohnen statt kritisieren: Low-Performer

Wie, ich soll schlechte Leistung belohnen? Mitarbeiter, die ständig die Gesamtleistung des Teams nach unten ziehen sollen auch nach Lob bekommen? Ja, genau, du hast richtig gehört. Auf den ersten Blick klingt diese Taktik total absurd. Doch dahinter steckt mehr als auf den ersten Blick scheint. Wir erklären dir, wie du die Leistung deiner Mitarbeiter steigerst und auch in schlechten Leistungsphasen das Beste aus deinen Mitarbeitern raus holst.

Steuerung ist noch lange keine gute Führung

Oft bleibt wenig Zeit für die Steuerung des Teams. Wer eine hohe Position hat, ist viel unterwegs: Projekte, Themen und Termine, die erledigt werden müssen. Es bleibt meistens einfach wenig Zeit, das Team zu leiten und sich um jeden Mitarbeiter zu kümmern.  Gerade in großen Firmen mit vielen Mitarbeitern ist es schwierig die Performance von jedem Kollegen im Auge zu behalten. Da fällt eine schlechte Performance eines Mitarbeiters auch nicht so ins Gewicht, so lange das gesamte Team abliefert.

Schlechte Leistung ist für beide Seiten unbefriedigend

„Low Performer“ liegen mit ihrer Leistung unter dem Niveau des Teams. Nicht nur für den Mitarbeiter ist das frustrierend, auch für den Vorgesetzten oder den Chef. Meistens sind „Low Performer“ sich nämlich der schlechteren Leistung bewusst. Sei es durch Gespräche mit Kollegen oder Rückmeldungen nach Projekten, sich über sein niedriges Leistungsniveau bewusst zu sein, ist frustrierend. Von alleine ist es schwierig wieder zurück zu einer besseren Performance zu finden. Denn die schlechte Leistung ist meistens nicht immer so gewesen.

Auch Low Performer waren mal leistungsfähiger

Wenn die Low Performer nicht schon gute Leistung erzielt hätten, wären sie vermutlich nicht eingestellt worden. Woran liegt es also, dass die Motivation und die Leistung sinkt oder Mitarbeiter, die zuvor zu den Top Mitarbeitern gezählt haben, plötzlich in die unteren Stufen der Erfolgsleiter rutschen? Wenn die Performance immer weiter sinkt, ist es wichtig, die Schritte, die nach und nach ins Abseits geführt haben, zu betrachten. Jeden Mitarbeiter trifft einmal einen Rückschlag. Das Selbstbewusstsein ist geknickt, die Stimmung trüb und es läuft einfach nicht alles so wie üblich. Erkennst du als Chef aber nur den Fehler und nicht die Gründe der schlechten Leistung, wirst du vermutlich auch nur über die Ergebnisse reden, anstatt die Gründe zu verfolgen. Genau mit diesem kleinen Führungsfehler beginnt der Teufelskreis. Dein Mitarbeiter ist fachlich fit, aber emotional verunsichert.

Richtig führen und Leistung steigern

Wenn du schon etwas Erfahrung im Führungsbereich hast, weißt du wahrscheinlich schon was zu tun ist. Doch gerade junge Führungskräfte ersparen sich viel Arbeit und Zeit, wenn sie schon früh reagieren sobald sie merken, dass es im Team irgendwo hakt. Früh bedeutet nach jedem Fehler im Verlauf eines Projektes. Im Unternehmen sollte ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen über Fehler gesprochen werden und Verbesserungsmöglichkeiten angesprochen werden. Auch wenn die Mitarbeiter die Ursachen von Fehlern längst erkannt haben, fehlt oft die emotionale Stärkung durch eine Führungskraft. Sprich deinem Mitarbeiter Mut zu! „Nimm dir beim nächsten Mal einfach etwas mehr Zeit für die Planung…“ oder „Du hast das letzte Projekt so souverän geleitet, dann schaffst du das auch!“ sind Beispiele dafür, wie du ein gutes Gefühl vermitteln kannst.

Schlechte Leistung: Rettung in letzter Sekunde

Gebe deine Mitarbeiter nicht einfach so auf. Auch wenn es scheint als ob eine Kündigung der letzte Ausweg aus der Situation ist, suche zuerst das Gespräch. Besprecht z.B. was er sich zutraut, was ihm schwer fällt und was ihm aufgefallen ist, was anders läuft als zuvor. Nur so findest du die wahren Ursachen der aktuellen Krise. Je länger sich dein Mitarbeiter in einem Stimmungstief befindet, desto schwieriger wird es ihn da wieder rauszuholen. Auch bei kleinen Schritten und Verbesserungen bringt ein Lob und etwas Anerkennung mehr als du denkst.

Nicht einfach aber lohnenswert

Nicht immer ist die Zeit vorhanden sich langfristig um einen Mitarbeiter, der schlechte Leistungen erbringt, zu kümmern. Aber wenn du dir die Zeit nimmst, dich um jeden deiner Mitarbeiter zu bemühen, spricht sich das rum. Es herrscht eine bessere Stimmung im Team und die Motivation sein bestes zu geben, steigt. Egal ob es sich um familiäre Probleme handelt, körperliche Beschwerden oder schlecht organisierte Abläufe im Team, zeige deinen Mitarbeitern, dass sie in deinem Unternehmen einen festen Platz haben und wichtig sind. Nur wenn alle Puzzleteile funktionieren ergibt sich ein großes Ganzes, das überzeugen kann.